Techniken

Die Techniken im Judo werden unterteilt in Wurftechniken (Nage Waza), Griff- oder Bodentechniken (Katame/Ne Waza) und Schlagtechniken (Atemi Waza), wobei die Schlagtechniken durch das Prinzip des „sanften Weges“ verbannt wurden und nur noch in der Kata (Form) vorkommen.

Falltechniken (Ukemi-Waza)

Ganz wichtig für einen jeden Judoka ist es, richtig Fallen und Abrollen zu können, um sich nicht zu verletzen. Daher sind diese Techniken die ersten, die man erlernt.
Das Fallen wird nach allen Seiten gelernt: Seitwärts, Rückwärts und nach vorne. Das Rollen wird nach Vorne und Hinten gelernt. All diese Techniken können Fortgeschrittene auch über Hindernisse üben.

Nage Waza (Wurftechniken)

Wurftechniken dienen dazu, den Partner durch zum Fall bringen oder zu Boden Werfen vom Stand in die Bodenlage zu bringen. Je nach Ausführung der Technik und weiteren Kriterien, kann im Wettkampf eine Wertung dafür erziehlt werden. Sofern kein voller Punkt mit der Technik erlangt wurde und kein Grund vorliegt, den Kampf zu unterbrechen, geht es dann im Bodenkampf weiter.
Es gibt dabei unterschiedliche Formen, vom einfachen Bein stellen, über den typischen Schulterwurf bis zu spektakulären Würfen, bei denen beide Partner gemeinsam Fallen.
Von der Internationalen Judo Federation (IJF) werden 66 Würfe offiziell anerkannt, 40 davon werden in der Gokyo (Go ‚5‘ und kyo ‚Einteilung‘, also Einteilung in 5 Schwierigkeitsstufen. Sollte ab dem braunem Gürtel und aufwärts beherrscht werden) zusammengefasst.

Die Wurftechniken werden in den folgenden Gruppen weiter unterteilt:

Handwürfe (Te Waza)

Der Partner wird mit Hilfe der Hand (Te), des Arms (Ude) oder der Schulter (Kata) zu Fall gebracht. Dazu wird er entweder im Bereich der Schulter ausgehoben oder aus dem Gleichgewicht gebracht und zu Boden gerissen.

Kata Guruma (Schulterrad), Uki Otoshi (Schwebehandzug), Seoi Nage (Schulterwurf), Sumi Otoshi, Tai Otoshi (Körpersturz)

Hüftwürfe (Koshi Waza)

Durch brechen des Gleichgewichts vom Partner und einer halben Drehung bringt wird die eigene Hüfte unter den Schwerpunkt des Partners (seine Hüfte) gebracht. Durch Ausheben und Armzug wird er über den eigenen Körper drüber geworfen.

O Goshi (Großer Hüftwurf), Uchi Mata (innerer Schenkelwurf), Uki Goshi (Hüftschwung), Tsuri Komi Goshi (Hebehüftwurf), Harai Goshi, Koshi Guruma, Hane Goshi

Beintechniken (Ashi Waza)

Diese Techniken können weiter unterteilt werden in Sicheltechniken -wo das belastete Standbein des Partners „weggerissen“ wird-, Fegetechniken – bei denen das ubelastete Bein weggezogen wird und der Partner das Gleichgewicht verliert- und Rad- oder Blockiertechniken -wo ein oder beide Beine blockiert werden und durch Drehung des eigenen Körpers der Partner über diese Blockade „stolpert“.

O Guruma (Großes Rad), O Soto Gari (Große Außensichel), O Soto Guruma (Großes Außenrad), O Uchi Gari (Große Innensichel), Okuri Ashi Barai (Fußnachfegen)

Opferwürfe (Sutemi Waza)

Bei diesen Würfen, gibt der Angreifer seinen eigenen Stand auf, um den Partner zu Boden zu reißen. Der Angreifer berührt dabei als erster den Boden. Hierbei muss unbedingt der Krafteinsatz des Partners ausgenützt werden. Unterteilt werden diese Techniken in folgende beiden Gruppen:

Ma Sutemi Waza (Selbstfallwürfe nach hinten)
Der Partner wird gerade über den eigenen Körper drübergeworfen.
Tomoe Nage (Kreiswurf), Ura Nage (Rückwurf)

Yoko Sutemi Waza (seitliche Körperwürfe)
Der Partner wird hier seitlich über den eigenen Körper hinweggelenkt.
Tani Otoshi (Talfallzug), Yoko Tomoe Nage (seitlicher Kreiswurf), Soto Maki Komi (außendrehwurf)

Grifftechniken (Katame Waza)

Bei den Grifftechniken handelt es sich um Bodentechniken (Ne Waza), die aber meist auch im Stand angewandt werden können. Von der Internationalen Judo Federation (IJF) werden 29 Grifftechniken anerkannt. Diese werden wie folgt unterteilt:

Festhaltetechniken (Osae Komi Waza)

Der Partner soll am Boden in Rückenlage fixiert werden und somit seine Aktionsfreiheit weitgehend eingeschränkt werden. Dabei soll es ihm nicht möglich sein, seine Schultern mehr als 90° zum Boden zu verdrehen oder zumindest ein Bein des Haltenden zu umklammern. Nach einer vorgegebenen Zeit, erziehlt man mit einer Festhaltetechnik eine Wertung.
Die Haltetechniken werden in fünf Gruppen geteilt: Kesa-gatame, Kata/Ashi-Gatame, Yoko-Shiho-Gatame, Kami-Shiho-Gatame und Tate-Shiho-Gatame. Jede dieser Gruppen besteht aus einer Grundtechnik, die durch zahlreiche Abarten ergänzt wird.

Hebeltechniken (Kansetsu-Waza)

Bei den Hebeltechniken geht es darum, ein Gelenk über die natürliche Beweglichkeit hinaus zu belasten. Im Randori darf nur das Ellbogengelenk gehebelt werden, da hier der Schmerz früh bevor es zu einer Verletzung kommt, eintritt und man mit den Armmuskeln gut Widerstand leisten kann. In der Kata werden auch andere Gelenke gehebelt, da diese gefahrlos und kontrolliert durchgeführt werden können.
Ziel einer Hebeltechnik ist es, den Kampf durch Aufgabe des Gegners zu gewinnen. Unterschieden wird zwischen Hebel am gestreckten Arm (Ude-Hishigi) und Hebel am gebeugten Arm (Ude-Garami). Bei zweitem wird das Ellbogengelenk verdreht. Eine saubere Technik ist sehr wichtig, da der Gegner gut Widerstand leisten kann.
Bei Kindern sind diese Techniken im Wettkampf verboten, da sie noch nicht die nötige Erfahrung haben.

Würgetechniken (Shime-Waza)

Würgetechniken zielen entweder auf die Halsschlagader oder die Halsvorderseite ab. Bei Angriff auf die Halsschlagader wird durch Behinderung der Blutzirkulation das Aufgeben des Gegners erzwungen. Schlimmstenfalls droht im Allgemeinen Bewusstlosigkeit. Bei Angriff auf die Halsvorderseite wird die Atmung beeinträchtigt; nicht indem die Luftröhre zugedrückt wird (anatomisch nicht möglich), sondern indem für die Atmung wichtige Nerven angegriffen werden.
Wichtig bei diesen Techniken ist eine kleine Druckfläche zu nutzen -sprich mit den Armkanten, nicht mit der Armober- oder unterseite.

Schlagtechniken (Atemi-Waza)

Schlagtechniken kommen nur mehr in der Kata zum Einsatz oder höchstens im Rahmen der Selbstverteidigung. Dabei zielt man mit Schlägen und Stößen auf vitale Nervenpunkte und empfindliche Stellen, die Schmerzen, Lähmungen oder Bewusstlosigkeit verursachen können.

Armtechniken (Ude-Ate-Waza)

Fingerspitzenstöße (Yubisaki-Ate-Waza): Hals, Augen, Solarplexus, Leistenbeuge
Faustknöcheltechniken (Kobushi-Ate-Waza): Kopf, Bauch, Hals
Handkantenschläge (Tegatana-Ate-Waza): Hals, Milz, Hoden, Schlüsselbein
Ellenbogenschläge (Hiji-Ate-Waza): Kopf, Brust, Solarplexus, Wirbelsäule

Beintechniken (Ashi-Ate-Waza)

Knieschläge (Hizagashira-Ate-Waza): Kopf, Rumpfseite, Solarplexus, Hoden, Oberschenkel
Fußballenstöße (Sekito-Ate-Waza)
Fersentechniken (Kagato-Ate-Waza): Solarplexus, Leistengegend, Knie, Fuß

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Quellen:
Wikipedia
Judo in der HSG Mittweida