Mit 1. Jänner 2026 treten neue IJF-Wettkampfregeln in Kraft. Ziel der Anpassungen ist es, das Judo noch klarer, sicherer und dynamischer zu gestalten. Besonders im Bereich Wertungen, Griffarbeit, Zeitmanagement und Sicherheit wurden wichtige Präzisierungen vorgenommen. Wir geben euch einen Überblick über die wichtigsten Änderungen.
🟡 Yuko – klare Definition im Tachi-Waza
Die Wertung Yuko wurde im Stand (Tachi-Waza) genauer definiert. Ein Yuko wird vergeben bei:
- einer Seitenlandung (ca. 90° oder leicht nach vorne geneigt)
- Landung auf oberem Rücken oder Nacken
- Landung auf der Körperseite entlang der Schulter-, Ellbogen- oder Handachse
- Landung auf dem Gesäß, mit oder ohne Abstützen der Arme oder Ellbogen
❌ Kein Yuko wird vergeben, wenn:
- die Landung zwar seitlich oder nach vorne gekippt ist,
- aber der vordere Teil der Hüfte oder beide Knie zuerst die Matte berühren
Damit soll die Bewertung von Würfen transparenter und einheitlicher werden.
✋ Griffbefreiung – was ist erlaubt, was nicht?
- Griffbefreiung mit einer oder beiden Händen, wenn danach zumindest ein Griff beibehalten wird
- Griffbefreiung bei nur einem bestehenden Griff, ohne dass danach zwingend ein neuer Griff erfolgen muss
⚠️ Shido gibt es, wenn:
- die Griffbefreiung mit beiden Händen erfolgt und
- kein Griff mehr vorhanden ist
Ziel ist es, aktives Judo zu fördern und reine Griffvermeidung zu unterbinden.
⏱️ Zeitverschwendung – strenger geregelt
Zwischen „Mate!“ und „Hajime!“ wird nun stärker auf zügiges Verhalten geachtet.
⚠️ Verwarnung beim ersten Mal, wenn nicht umgehend zur Startposition zurückgekehrt wird, z. B. durch:
- langsames Aufstehen nach Ne-Waza
- langes Haarebinden
- übermäßiges Ordnen des Judogi
- langes Gürtelbinden
- oder eine Kombination dieser Punkte
❗ Ab dem zweiten Mal folgt Shido
⚠️ Sicherheit: Hals & Wirbelsäule (Ushiro-Sankaku)
Ein besonders wichtiger Punkt betrifft die Sicherheit:
🚫 Hansoku-Make, wenn:
- beim Ushiro-Sankaku (vor oder nach „Mate!“)
- die eigene Hüfte angehoben wird
- und dadurch ein erhöhtes Verletzungsrisiko für Hals oder Wirbelsäule des Gegners entsteht
Diese Regel dient dem klaren Schutz der Athlet:innen.
🥋 Kampfbereitschaft
Bei der Beurteilung einer nicht-kämpferischen Haltung werden nun Angriffe im Tachi-Waza und Ne-Waza berücksichtigt. Wer aktiv angreift, zeigt Kampfbereitschaft – unabhängig davon, ob der Angriff erfolgreich ist.
🩺 Medizinische Versorgung – klare Abläufe
Bei Verletzungen (z. B. Blutung) gilt:
- Der/die Kampfrichter:in ruft den Sanitäter
- Behandlung erfolgt außerhalb der Matte und in Anwesenheit eines zweiten Kampfrichters
- Kämpfer:innen dürfen nicht weiterkämpfen, solange die Blutung nicht gestoppt ist
- Maximal zwei medizinische Behandlungen sind erlaubt
- Bei der dritten Behandlung gewinnt der/die Gegner:in durch Kiken-Gachi
- In Ausnahmefällen kann eine dritte Behandlung genehmigt werden (Entscheidung durch die IJF-ADHOC-Kommission)











